Konzept

Das Festival RESONANZEN widmet sich in seiner ersten Ausgabe der Inszenierung des Hörens in den zeitgenössischen Künsten. Präsentiert und diskutiert werden Arbeiten aus der zeitgenössischen Musik, der Performance, Radioarbeiten sowie Installations- und Medienkunst. Die zentrale Position des Hörenden – seine Affizierung, seine Verführung, aber auch die Offenheit  für eine Reflexion der eigenen Situation –, ein bestimmtes Hören als Arbeitstechnik oder die strategische Frage, wie man etwas zu Gehör bringen kann, sind Ausgangspunkte für das Programm des Festivals.

In der künstlerischen Arbeit haben sie Auswirkungen auf Fragen der Materialwahl und -generierung, der Inszenierung der Materialgewinnung, der Materialbearbeitung sowie der Anordnung, Verarbeitung und der Wahl der Distributionsform. Welche Formen der Aufmerksamkeitspolitik, welche Strategien der Rahmung werden betrieben? Welche Wahrnehmungskonzepte, welche Körper-, welche Subjektkonzepte verbinden sich mit den jeweiligen Formen der Inszenierung? Mit diesen und anderen Fragen wollen wir uns innerhalb des Festivals auseinandersetzen.

Hören lässt sich auf verschiedenen Ebenen analysieren. Mit Roland Barthes stellt sich nicht nur die Frage, was im phänomenologischen Sinn in welchem Zusammenhang zu hören ist, sondern vor allem, was zu Gehör gebracht wird und wer oder was zu hören ist, sich auf welche Weise Gehör verschafft – und umgekehrt: wer hört?

Die künstlerische Auseinandersetzung mit diesen Themen wird durch Vorträge und Diskussionen ergänzt. Die Vorstellung unterschiedlicher Positionen und Zugänge sowie der produktive Austausch zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Ansätzen ist uns ein primäres Anliegen.

Die Arbeiten von Nachwuchskünstlern und Studierenden verschiedener Hochschulen in Leipzig, Gießen und Weimar sind integraler Bestandteil des Festivals. Zudem stehen innerhalb des Festivals Projekte ganz unterschiedlicher künstlerischer Herkunft nebeneinander. Anliegen ist neben dem Austausch zwischen den Generationen, ebenso, deren verschiedene Ansätze miteinander in einen produktiven Dialog zu bringen.

Das  Festival ist eine Initiative von Jens Heitjohann und Barbara Büscher, Professorin für Dramaturgie an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater und entsteht in Kooperation mit Ipke Starke, Professor für Komposition an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater und Dieter Daniels, Professor für Kunstgeschichte und Medientheorie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst.

 

 

 

english version