SA 17.4.

19:00 Ipke Starke
Konzert
Kompositionen.
Schaubühne Lindenfels, Ballsaal

I always work alone – bei Schwarzenegger wird die Statik des Symbols am deutlichsten in der Statik des stählenden Muskeltrainings. Dauerhafte repetitive Mechanik zum Zwecke der Kultivierung des Körperbaus wirkt als Bewegungsersatz für selbst- oder gemeinschaftsbestimmte Veränderungen. In Noten ausgedrückt: konsonante Bestrebungen erzeugen dissonante Kollapse.

Die beiden Fragmente aus Restrisiko beschreiben die Unmöglichkeit der absoluten Stabilität eines Systems und zielen auf die individuelle, minimale Veränderung, die leichte Verschiebung eines technischen, natürlichen oder sozialen Zustandes.

An der Manifestierung dieses Zustandes (frz. „l’état“), dieses Status quo, ist der Staat (frz. „l’État“) interessiert. Wie soll das gelingen? Die Spielanweisung „nichts verändern“ wird zur kontinuierlichsten Veränderung führen. Das Stück L’état treibt dieses produktive Paradox noch einen Schritt weiter, indem für diese Aufführung mit „fixed media“ das musikalisch unbeweglichste Medium verwendet wird.

Interviews sind kurze Begegnungen zum Zweck der Unterhaltung. Der Prozess des Befragens ist zum Gegenstand des Stückes geworden. Bis in die spielerische Physiologie greift das Prinzip von Aktion und Reaktion. Das erinnert an das Beobachten der Messgeräte während einer Versuchsreihe. Gemessen wird das poetische Potenzial mechanischer Operationen – welchen Meteorologen lässt es schon kalt, wenn das Thermometer steigt?

I always work alone – für Arnold Schwarzenegger
Violoncello und Live-Elektronik, 2003 (ca. 9′)

L‘état
Tonband, 1995 (8′)

Restrisiko I
Tonband, Videoprojektion, 1999/2010 (ca. 3′)

Restrisiko II
Tonband, 1999/2010 (ca. 2′)

Interviews
Flöte und Live-Elektronik, 2008 (ca. 15′)

Violoncello: Lin Hui-Chun
Flöten: Irmela Bossler
Klangregie: Ipke Starke














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