15. – 18.2010 Ausstellung

Katya Lachowicz / Adrian Sievering: The Economy of Guilt

Installation

In einem quadratischen Raster mit 4 mal 4 Positionen, bilden 16 Lautsprecher, in Augenhöhe auf Stativen montiert, ein symmetrisches System. Auf jedem der Lautsprecher ist je eine von 16 individuellen Stimmen zu hören. Zusammen formen die Stimmen eine konstruierte Litanei, die persönliche Schuld als kollektiven Akt bekennt.

Über 24 Minuten verteilt sprechen die Stimmen in unterschiedlicher Konstellation einen  standardisierten Text, dessen Ordnung sich individuell unterscheidet. Phasen der Einheit wechseln sich mit Phasen des Chaos, und Phasen der Individualität ab. Die Dynamik dieser Phasen bricht die Anonymität der Individuen und verleitet den Besucher zur Identifikation mit dem Kollektiv. Die Faszination am kollektiven Ritual verführt den Besucher. Die standardisierte und konstante Wiederholung von persönlicher Schuld banalisiert jedoch ihre Bedeutung.

Dies führt zu den Fragen:
Welche Bedeutung hat kollektive Schuld?
Was sind die Konsequenzen der daraus resultierenden Verantwortung?
Und welchen Gewinn bringt Erlösung?

Die Beziehungen zwischen kollektiver Schuld, kollektiver Verantwortung und kollektiver Erlösung lassen sich als Schlüsselfunktionen unseres gesellschaftlichen Systems betrachten.

Innerhalb des Systems, tragen alle Verantwortung; auch wenn manche schuldiger sind, als andere. The Economy of Guilt  ist eine Audioinstallation, die mit diesen drei Faktoren – Schuld, Verantwortung und Erlösung – experimentiert.

Ziel ist es, eine Vergleichbarkeit zwischen den derzeitigen sozio-politisch, ökonomischen  Systemen und den Riten der Konfession in einem Glaubenssystem vorzulegen, die eine  nachhaltige Debatte anregt

 

 

 

Zu den Projekten

 

 

 

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